Du hast schon viel über Meditation gehört, möchtest es nun selbst einmal ausprobieren, fragst dich jedoch, was das Stillsitzen überhaupt bringen soll und was das mit dir macht?

Ich kann dir darauf keine wirkliche Antwort geben. Ich kann dir lediglich meine Erfahrung mit Meditation schildern. Ich habe vor vielen Jahren mit dem Meditieren angefangen. Ich hatte nach meinem Burnout von einem 10-tägigen Meditations- und Schweigeretreat gehört und fand das spannend. Die Meditationsform hieß (und heißt es immer noch) Vipassana und läuft unter Achtsamkeitsmeditation. Damals dachte ich: „Mmmhh Achtsamkeit, das hört sich schon mal gut an. Keine Ahnung, was die da machen, ich gehe da einfach mal hin.“

Ich meldete mich gleich für den nächsten Kurs an, kaufte mir ein Meditationskissen sowie eine Decke zum Umhängen und fuhr los. 10 Tage lang Schweigen und Meditieren. Ohne vorher je meditiert zu haben. Das war mutig.

Was in der Zeit alles passiert ist, lässt sich kaum in Worte ausdrücken. Ich habe wirklich magische und auch „spooky“ Momente dort erlebt. Ich habe verstanden bzw. erfahren, wie meine Gedanken (Bewertungen) meine Gefühle und Körperempfindungen beeinflussen (siehe Impulskreislauf) und dass alles im stetigen Wandel ist. Nichts bleibt, wie es ist. Alles ist vergänglich. Die Vipassanas sagen da „anicca“ dazu. Die 10 Tage intensive „Selbsterforschung“ haben damals mein Lebens- und Menschenbild komplett umgekrempelt.

Ich habe seitdem mehrere 10-Tages-Kurse besucht und habe vor ein paar Jahren folgende Zeilen über Meditation geschrieben.

Wenn du dich demnach fragst, was Meditation sein könnte, lies hier:

„Stille. Und der Geist lädt zur Party ein. Gäste klopfen an die Tür, der Geist lässt sie rein: Wut, Ärger, Stolz, Freude … alle schnattern durcheinander, es ist laut. Musik ertönt, das Herz gibt den Takt vor. Laut und schnell. Ein ganzes Orchester im Körper: Vibrationen wie Violinen und Bratschen, Zupfen wie Kontrabässe, Klimpern wie ein Klavier, ein Fluss wie das Spiel einer Harfe, Scheppern eines Beckens, Pochen und Poltern wie Pauken und ab und zu das Klirren einer Triangel … alles dabei. Und ich? Ich beobachte. Solange bis alle Gäste müde geworden sind und sich nur noch flüsternd unterhalten. Die ersten Gäste schlafen ein und auch der Gastgeber, der Geist, wird ruhiger. Er schläft zwar so gut wie nie, er räumt nun leise auf und ist sicherlich bereits dabei, die nächste Party zu planen. Und auch diese werde ich beobachten. Danke, Meditation“

Es gibt unterschiedliche Meditationsarten. Hier findest du die wichtigsten Unterschiede:

Passive Meditation (im Sitzen)

Aktive Meditation (z.B. Gehmeditation, körperliche Bewegung)

Manche Meditationstechniken werden Schritt für Schritt angeleitet, manche sind frei (also ohne Anleitung) und in Stille. Bei einigen Meditationsarten werden Mantren benutzt, andere konzentrieren sich auf den Atem sowie auf die Achtsamkeit.

Die wohl bekanntesten Meditationstechniken sind:

  • Vipassana Meditation
  • Achtsamkeitsmeditation (Mindfulness Based Stress Reduction)
  • Metta Meditation
  • Zen Meditation
  • Dynamische Meditation

Hier ist eine „einfache“ Achtsamkeitsmeditation (3 Minuten) für dich:

1.) Setze dich auf einen Stuhl oder auf ein Meditationskissen (z.B. im Schneidersitz) und lege deine Hände bequem auf deine Oberschenkel ab bzw. lege sie in deinen Schoß.

2.) Richte deine Wirbelsäule auf, so dass du gerade sitzt.

3.) Achte darauf, dass du Kontakt zum Boden hast (z.B. mit deinen Fußsohlen, wenn du auf einem Stuhl sitzt).

4.) Schließe nun deine Augen und richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem.

5.) Spüre deinen Bauch, wie er sich mit jeder Einatmung etwas hebt und mit jeder Ausatmung wieder etwas kleiner wird.

6.) Bleib bei dieser Atmung und bleib mit deiner Aufmerksamkeit bei deinem Bauch. Nimm das Ausdehnen bzw. das Zusammenziehen deines Bauches wahr. Bleib dabei.

7.) Verweile ca. 3 Minuten in dieser Aufmerksamkeit. Anschließend öffne sanft wieder deine Augen und spüre nach.

Jetzt hast du meditiert 🙂

Wie war das für dich? Was ist dir aufgefallen? Schreibe gerne deine Erfahrung unten in den Kommentar. Ich bin neugierig, was du erlebt hast.


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