MEIN UND DEIN BURNOUT: Du fühlst dich unsagbar erschöpft, ausgelaugt und ohne jegliche Energie?

Deine Batterien sind leer und das nicht erst seit heute? Du bist schon länger in diesem kraftlosen Zustand und weißt nicht mehr, was du tun sollst? Du fühlst dich wie in einem Hamsterrad, aus dem es kein Entrinnen mehr gibt? Du läufst und läufst und läufst immer weiter … bis nichts mehr geht, dein Körper schlussendlich übernimmt und STOP sagt. Fühlst dich völlig ausgebrannt.

Ich kenne das. Ich weiß, wie sich das anfühlt. Meine Geschichte ist folgende. Wie lautet deine?

Ich wurde im Winter 1973 geboren und lebte bereits sehr früh nach dem Motto: Fleißig, eigenständig und vorsichtig sein und mich zurücknehmen. Nach meinem Abitur absolviert ich gleich eine Ausbildung zur Hotelfachfrau, danach bin ich ins Ausland (genauer gesagt nach London) gegangen, habe anschließend in Berlin „Wirtschaftskommunikation“ studiert und mich nach meinem Studium mit einer eigenen Redneragentur selbständig gemacht. Arbeiten konnte ich schon immer. Ich war der perfekte Dienstleister, hochmotiviert, schnell, engagiert, Blick für alles und jeden, für alle andere da, meine Arbeit ging immer vor. Mein damaliges Motto lautete: Erst die Arbeit, dann ich.

Beruflich wie privat schien alles perfekt zu sein: Gut laufende Agentur, prominente Kunden, schicke Altbauwohnung in einem Berliner Szenekiez, einen festen Freundeskreis sowie eine langjährige Beziehung. Bis dann etwas passierte, womit ich nicht gerechnet hatte:

Ein kompletter Zusammenbruch. Diagnose: Burnout.

Es war ein Gefühl, als ob mir jemand den Boden unter den Füßen wegzieht. Ein Fall ohne Ende, bis ich irgendwann sehr hart am Boden aufgekommen bin. Hilflos, fremdgesteuert, verwirrt und komplett erschöpft. Mein Leben war gefühlt zerbrochen. Nichts ging mehr. Und das mit gerade mal Mitte 30.

Kommt dir das bekannt vor? Erkennst du dich wieder? Vielleicht warst du nicht selbständig, sondern angestellt, vielleicht ohne Job oder hast dich um deine Familie gekümmert. Vielleicht warst du zum Zeitpunkt deines Burnouts gerade im Studium oder sogar noch in der Schule.

Wie lautete dein persönliches Motto, was dich so antrieb? Was hat dich so viel arbeiten / lernen lassen? Warum hast du dich soviel um andere Menschen gekümmert? Weißt du es?

Mein Burnout kam nicht über Nacht, er kam schleichend und hatte sich mindestens ein Jahr vorher angekündigt – wenn nicht sogar ein Leben lang. Ich wollte ihn nicht haben, habe ihn ignoriert und abgelehnt wie einen ungebetenen Gast. Er kam trotzdem – oder gerade deshalb und ziemlich laut.


Mein Burnout war mein Wendepunkt im Leben. Das Beste, was mir passieren konnte.

Nach einem Klinikaufenthalt, Therapie, einer systemischen Coachingausbildung sowie vielen weiteren Ausbildungen / Fortbildungen in der Persönlichkeitsentwicklung habe ich anschließend Be-griffen, warum ich einen Burnout hatte. Ich habe verstanden (und damit meine ich nicht nur kognitiv verstanden, sondern auch emotional / körperlich erfahren), was der Burnout mit mir selbst zu tun hat und konnte mich Schritt für Schritt wieder stabilisieren.

Heute lebe ich ein Leben, das ich schon immer leben wollte, es damals jedoch für unmöglich gehalten habe, dass es solch ein Leben (für mich) überhaupt gibt: Ich lebe heute im Grünen und habe tolle und bewusste Menschen um mich herum. Ich erlebe meine Arbeit als Berufung, die mich erfüllt.

Nach meinem Burnout habe ich für mich das Tanzen wiederentdeckt. Ich wollte nämlich ursprünglich mal Tänzerin werden, habe als Kind jahrelang Ballett gemacht und mich in vielen Tanzstilen ausprobiert. Mit Ende 30 fing ich dann wieder mit dem Tanzen an: Zuerst Contemporary, Contact Improvisation, Ecstatic Dance und anschließend Lindy Hop (Swingtanzen). Tanzen ist (wieder) eine ganz wichtige Säule in meinem Leben geworden. Wenn ich tanze bzw. mich bewege, spüre ich mich selbst und komme wieder ein Stückchen mehr bei mir an. Zudem bin ich inzwischen in bioenergetische Übungen und neurogenes Zittern (TRE) verliebt. Das war nicht immer so und ich brauchte einige Zeit, um zu entdecken, wie ich unter anderem durch diese „reinigende“ Übungen an meinen Ursprung und dadurch in meine Kraft, Energie und Lebensfreude komme.

Entspannungsübungen wie Meditationen, Achtsamkeitsübungen und Yoga helfen mir, mich zu erden und mich wieder zu entspannen, wenn es mal wieder hektisch und zu „verkopft“ in mir geworden ist.

Ich achte heute auf mich, habe gelernt, mich anzunehmen, abzugrenzen und zu entspannen. Ich weiß, wer ich bin bzw. was ich nicht bin.

All diese Dinge erfüllen mich mit großer Dankbarkeit, lassen mich weiter wachsen und (m)ein selbstbestimmtes Leben leben. Ich habe auch heute ab und an noch Erschöpfungsphasen, alles andere wäre gelogen, doch meine Bewusstheit darüber hat sich verändert sowie das Verständnis zu mir und meinem Leben.

Was ich definitiv durch meinem Burnout gelernt habe und was auch du wieder erfahren kannst ist:

  • Deine Batterien bzw. Akkus wieder aufzuladen
  • Dein Gedankenkarussell zu stoppen
  • Deine Glaubenssätze zu erkennen und aufzulösen
  • Deine Sorgen-Gedanken und Angst-Szenarien loszulassen
  • Deine innere Balance wiederzufinden und dich zu entspannen
  • Dich selber wieder zu spüren und liebevoll anzunehmen
  • Deine Gefühle zuzulassen und einen gesunden Umgang damit lernen
  • Deine Kraftquellen in und außerhalb von dir zu entdecken und zu aktivieren
  • Deine innere Stimme wahrzunehmen und dieser zu vertrauen
  • Dein persönliches Muster zu erkennen
  • Deinem persönlichen Herzenswunsch zu folgen
  • Deine eigene innere Wahrheit laut zu sagen
  • Deine Entscheidungen zu treffen und dafür einzustehen
  • Deine Grenzen zu ziehen und NEIN zu sagen
  • Dein Leben zu leben und Freude daran zu haben
  • Deine Lebensenergie und Lebensfreude wieder zu entdecken
  • Deine Lebenssäulen wieder auszubalancieren
  • Deine Komfortzone zu verlassen, um weiter wachsen zu können
  • Deine Ressourcen und Stabilisierungsmöglichkeiten zu kennen und diese zu aktivieren

Das geht nicht von heute auf morgen. Das ist klar. Das ist ein Prozess, der Zeit braucht. Ich habe mir dieses Wissen in den letzten Jahren angeeignet. Nicht über Bücher lesen, sondern über eigenes Erfahren. Dieses Wissen / diese Erfahrung nutze ich, um andere Menschen zu begleiten. Nun möchte ich mit meinem Wissen noch mehr Menschen erreichen, ich möchte DICH erreichen.

Wer DU bist?

Du bist ein Mensch zwischen 35-55 Jahren, warst die letzten Jahre beruflich sehr erfolgreich und hast höchstwahrscheinlich eine leitende Position. Du arbeitest gerne und viel. Arbeit gehört zu deinem Leben einfach dazu. Du identifizierst dich darüber. Jetzt bist du allerdings an einem Punkt, wo du dir die Frage stellst, ob du (noch) auf dem richtigen Weg bist. Etwas fühlt sich nicht mehr richtig an, du fühlst dich manchmal taub, leer und demotiviert („ich kann nicht mehr“, „ich schaffe das nicht mehr“) und im nächsten Moment bist du wieder voll gut drauf und kannst funktionieren („stell dich nicht so an“, „na also, geht doch“). Innerlich stellst du dir jedoch immer häufiger die Frage „Warum das alles?“ und weißt, dass nun der Zeitpunkt gekommen ist, dass du etwas tun musst. Nämlich, bei dir selbst einmal hinzuschauen.

Bist du bereit dazu?

Ziel meiner Arbeit ist, dass du deine eigenen Antworten auf die Fragen „Was hat das alles mit mir zu tun?“ sowie „Wie erschöpfe ich mich selbst?“ findest. Nicht als Schuldeingeständnis, sondern, damit du dein Muster verstehst. Damit du Schritt für Schritt deinen eigenen (Lebens-)Weg gehen kannst. In meinem Verständnis gibt es dafür kein Allgemeinrezept. Daher ist es so wichtig, dass du dein persönliches (Stress-)Muster erkennst.

Wie ich es aus dem Burnout rausgeschafft und mehr Bewusstheit erlangt habe, beschreibe ich in den Blog-Artikeln. Und wenn ich das geschafft habe, dann schaffst du das auch – und zwar auf deinem ganz eigenen Weg. Ich begleite dich gerne ein Stück dabei.

Speziell für Manager, Führungskräfte und Vorstände im Burnout habe ich mit meinem Geschäftspartner Ulf Kepper ein ganz besonderes Angebot ins Leben gerufen: Manager im Burnout 

Falls du eine Frage zum Thema Burnout hast, stell mir gerne deine Frage. Ich beantworte sie dir. Einige Fragen und Antworten findest du: HIER

Presseberichte über mich und HALLO BURNOUT findest du hier: Presse

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JA, bitte her damit. Ich möchte inspiriert werden.

Selbstverständlich behandle ich deine Daten vertraulich. Hier geht’s zur Datenschutzerklärung: Datenschutz


Wie ich genau arbeite:

Ich begleite Menschen in Krisen und in Veränderungsprozessen: Menschen wie dich und mich. Einzelpersonen und Gruppen. Offline und online. Das geht beides. Hauptsache, ich sehe und höre dich. Damit ich ein Gespür für dich entwickeln kann. Mit dir in Resonanz gehen und das Wesentliche benennen kann – ohne „Eiertanz“, damit du für dich weiterkommst, wenn du das willst. Als Coach stehe ich selbstverständlich unter Schweigepflicht. Du entscheidest, wieviel du dich in einer Sitzung öffnen möchtest.

Neben der Ausbildung zum systemischen Business Coach (Institut der Internationalen Akademie Berlin für Innovative Pädagogik, Psychologie und Ökonomie gGmbH (INA), FU Berlin) habe ich mich in den letzten Jahren in folgenden Bereichen weiterbilden lassen, um mit dir ganzheitlich arbeiten zu können:

Mir haben damals diese „Methoden“ sehr geholfen, um bei mir selbst wieder anzukommen. Inzwischen bin ich darin ausgebildet und kann Menschen wie dich in ihrem Prozess begleiten.

Mir liegt es am Herzen, dass du dein Stress- bzw. Burnout-Muster verstehst (im Sinne von Be-greifen und Erfahren), damit du auf deinem neuen Weg etwas Grundlegendes in deinem Leben verändern kannst. Das muss nicht wie bei mir eine komplette 180-Grad-Wende sein, das kann auch etwas ganz Kleines sein. Etwas Kleines, was jedoch in deinem Leben grundlegend und bedeutend ist. Vielleicht kannst du es bereits erahnen? Möchtest du Klarheit darüber, damit du etwas verändern kannst?

Bitte beachte, dass ich dir keinerlei Antworten auf Fragen zu Kliniken, Diagnosen, Medikamenten etc. geben kann. Das ist mir wichtig zu erwähnen.

Informationen zu einer Coachingsitzung mit mir findest du hier: Burnout-Coaching


Das sagen andere über mich und meine Arbeit:

„Zwei Tage Auszeit – ich halte mein Lebenskarussell an. Achtsamkeit im Hier und Jetzt. Du hast in den zwei Tagen mit Deiner aufgeschlossenen Art eine sehr angenehme und vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre geschaffen. Durch Dich bin ich angereichert mit vielen persönlichen Erkenntnissen, heilenden Erfahrungen und Inspirationen für meine Reise zu mir selbst und danke Dir von Herzen für dieses Geschenk.“

„‚Mal sehen, ob ich noch etwas lernen kann‘, war mein skeptischer Gedanke am Anfang des ersten Achtsamkeits-Tages, da ich mich bereits bei verwandten Themen ’schlau‘ gemacht hatte. Tatsächlich bot der Kursus sehr viel interessante Theorie und Praxis. Doch Wibkes Botschaft für mich war: ‚Denk nicht! Fühle!‘. Fast schon eine Provokation, denn ich bin es seit Jahrzehnten gewohnt, zu versuchen meine Probleme mit Nachdenken zu lösen. Außerdem wie sollte es gehen, die rotierenden Gedanken abzuschalten? Doch genau das hat Wibke mir gezeigt! Wenn heute meine Gedanken rotieren, versuche ich dem nicht mehr durch Nachdenken oder Reden Herr zu werden. Ich horche stattdessen in mich hinein, um zu erkennen, was meine Bedürfnisse wirklich sind. Heute gehe ich ruhig und lächelnd durch den Tag. Vielen Dank!“

„Wibkes Achtsamkeitsseminar war für mich eines der wertvollsten und nachhaltigsten Trainings im Bereich Persönlichkeitsentwicklung. Die Inhalte waren sehr gut durchdacht und vorbereitet, wobei Wibke während der zwei Tage sehr individuell auf die Gruppe eingegangen ist und Schwerpunkte je nach Bedarf gesetzt hat. Besonders gefallen hat mir die Balance zwischen Fakten / Modellen und einer eher spirituellen Sichtweise der Themen, so dass man auch mal über den eigenen Tellerrand schauen durfte. Ich habe selten so viele Ideen und konkrete To-Dos für mich aus einem Seminar mitgenommen, die ich tatsächlich auch bereits in meinen Alltag integrieren konnte. Vielen Dank dafür und bis zum zweiten Teil!“

„Ein Seminar, das viel mehr als die täglichen Tücken und aufkommenden Probleme des Arbeitsalltages behandelt. Ich empfehle jedem, diese Erfahrung mitzumachen! Wibke gibt einem die Möglichkeit, sich in einer aufgeschlossenen Runde und lockeren Atmosphäre zu öffnen und selbst neu kennenzulernen. Sie hat mir gezeigt, die Sorgen des täglichen Lebens aus einer anderen Perspektive zu betrachten und diese zukünftig in anderer Form bewältigen zu können. Meine Erwartungen dieser zwei Tage wurden komplett übertroffen! Ich nehme so viel für mich mit und bin sehr froh an dem Stressmanagementseminar teilgenommen zu haben.“

„Das behutsame, aber auch anspruchsvolle Einzel-Coaching hat mich begeistert. Wibke hat perfekt die Balance aus entspannter Vertrautheit und zielsicherer Gesprächsführung aufgebaut. Das hat mir geholfen, mich sehr weitgehend auf diese Erfahrung einzulassen und einige widersprüchliche, indifferente Gefühlskonstellationen zu ordnen. Ich konnte so einige meiner Muster erkennen – und annehmen. Eine in vielfacher Hinsicht bereichernde und bewegende Begegnung. Vielen Dank.“

„Der 3-tägige Workshop über Achtsamkeit war für mich eine wirkliche Bereicherung. Wibke ist eine sehr empathische Frau, die sich nicht nur auf jeden einzelnen Teilnehmer sehr gut einstellen kann, sondern auch in kürzester Zeit weiß, wie es tief drinnen aussieht. Sie gibt jedem innerhalb des Workshops genau das, was er gerade braucht. Das macht ihre Arbeit so wertvoll. Neben der Theorie legt sie großen Wert auf die Praxis, so dass man wirklich tief in die Entspannung gehen und spüren kann, was einem guttut. Ich kann diesen Workshop nur empfehlen.“

„Vielen Dank für diese wundervolle Erfahrung in der Lebensschule. In einer Gruppe von Menschen, die mich nicht kennen, so gesehen zu werden, ist sehr beeindruckend und sehr intensiv. Mir haben die Übungen und das Feedback gezeigt, dass es sich für mich auch positiv anfühlen kann, meine Gefühle zuzulassen und diese auch zu zeigen und der inneren Wahrnehmnung zu vertrauen. Somit freue ich mich schon auf den nächsten Termin.“

„Vor ein paar Tagen hatte ich das Glück an einem wundervollen und warmherzigen Vortrag von Wibke teilzunehmen. Sehr berührt war ich von ihrer kleinen Sequenz zum Thema Selbstliebe – mich selbst im Spiegel mit liebevollen Augen anzuschauen, war in letzter Zeit gar nicht immer so einfach für mich – die Offenlegung dieses Themas hat mich im positiven Sinne seither enorm beschäftigt. Vielen Dank für diesen wunderschönen Abend.“

 

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2 Kommentare

  1. Birgit Berkenbrück
    7. Februar 2018

    Liebe Wiebke,

    ich bin einen ähnlichen Weg gegangen wie du. 2008 in der Klinik gelandet wegen Depressionen (Burnout ist ja immer eine Depression, sagen manche Psychologen). Und erst danach kam raus, weswegen ich so unsagbar erschöpft bin: Missbrauch als Kind, an den ich mich erst mit 41 Jahren erinnert habe. Seitdem habe ich mein Trauma geheilt (so gut es geht), und tue es noch. Darüber habe ich einen Blog geschrieben: tagebuchtraumaheilung.wordpress.com
    Heute bin ich Heilpraktikerin für Psychotherapie, gebe ganzheitliche Massagen und hatte gestern meine erste Übungsklientin für Psychotherapie. Davon kann ich noch nicht leben, aber mein Leben geht jetzt jedenfalls in die richtige Richtung, so fühlt es sich an. Und auf den Mann warte ich auch noch 🙂

    Du hast gesagt, man könnte eine Blog bei dir schreiben? Das würde ich gerne tun. Sag mir mal ungefähr, was du dir vorstellst, vor allem die Länge.

    Liebe Grüße von Birgit

    Reply
  2. Angelika L.
    18. Juni 2018

    Liebe Wibke,

    ich habe vor einigen Monaten einen Burnout erlebt. Warum auch immer, hatte ich gerade das dringende Bedürfnis, meine Erfahrungen niederzuschreiben. Vielleicht magst du meinen kleinen Bericht als Gastbeitrag verwenden?

    Von außen betrachtet läuft alles perfekt. Zwei wundervolle Kinder, ein gut aussehender Ehemann in Führungsposition. Ein Teilzeitjob mit jeder Menge Gestaltungsfreiraum, netten Kollegen und einer noch netteren Chefin. Dazu die Selbständigkeit, die mit immer wieder spannenden Projekten aufwartet und mir die Möglichkeit gibt, mit dem Who is Who unserer Stadt und unseres Bundeslandes zu netzwerken. Als freie Redakteurin ist man immer dabei, ganz nah dran und von vielen geschätzt. Alle sind freundlich, sie spekulieren auf eine positive Berichterstattung. Der Job sieht leicht aus. Schließlich arbeitet man dort, wo andere feiern oder etwas Spannendes passiert. Man macht ein paar Fotos, fertig. Doch so fühlt es sich nicht an. Schon lange nicht mehr. Es ist ähnlich wie in einer Vorlesung – man lauscht jedem Wort, schreibt akribisch mit, versucht die wichtigsten Momente fotografisch festzuhalten. Ganz zu schweigen davon, dass man nach dem Termin oder am nächsten Tag nochmal soviel Zeit verbringt, um den entsprechenden Pressetext zu verfassen, Fotos auszuwählen und zu bearbeiten. Und so läppern sich die Stunden, die keiner sieht. Nicht einmal der eigene Ehemann. Ich gehe ja nur Teilzeit arbeiten.

    Mit dem Aufbau des Netzwerks vermehren sich die Anfragen. Hier noch ein Pressetermin, dort noch ein kleiner Auftrag. Kein Problem, wird erledigt.

    Im Juni geht es los. Das Gefühl der Ohnmacht. Gepaart mit dem Eindruck, diese nur für eine gewisse Phase überstehen zu müssen, bis sich die Auftragslage wieder normalisiert. Doch das tut sie nicht. In pressearmen Zeiten, dem Sommerloch, ist endlich Zeit für größere Projekte. Schon ist der Sommer vorbei und die politischen und öffentlichen Termine nehmen wieder zu. In der Regel 4 bis 6 Termine in der Woche – vorzugsweise abends und an den Wochenenden. Zusätzlich zu dem festen Teizeitjob und einem Rahmenvertrag.

    Dann wird die Kollegin schwanger. Große Freude, aber auch großes Bangen. Wer macht die Arbeit? Findet sich eine gute Vertretung? Sie findet sich. Allerdings nicht für den vollen Stundenumfang. Ob ich übergangsweise meinen Vertrag um fünf Stunden erhöhen würde, um einen abgegrenzten Aufgabenbereich zu übernehmen? Kein Problem, wird erledigt.

    Wenige Wochen später wieder das Gefühl der Ohnmacht. Es ist Ende November, das Weihnachtsgeschäft in vollem Gange und die Kunden in dem Erwarten, dass alle offenen Arbeiten bis Weihnachten abgeschlossen sein müssen. Als ob es keinen Januar gäbe.

    Termine werden jongliert, die Kinderbetreuung wird aufgeteilt. Immer häufiger sehe ich die Kinder gar nicht mehr, nach der Arbeit im Büro geht es direkt zum Pressetermin, von da aus an den Schreibtisch. Immer häufiger kommt es vor, dass ich nach einem 12-Stunden-Tag keinen geraden Satz mehr rausbringe. Mein Kopf ist leer. Nur Schreiben kann er noch. Ob das nun Fluch oder Segen ist, ist mir bis heute nicht klar.

    Mein Smartphone ist mein bester Freund. Es verwaltet meine Termine und spuckt auf kurze Nachrichten an den Ehemann, ob ich heute nach der Arbeit noch einen spontanen Termin wahrnehmen kann ein knappes „OK“ aus.

    Die letzten beiden Wochen vor Weihnachten sind dir reinste Hetze. Jeden Tag Termine, Fristen und neue Termine. Wie ein Marathon-Läufer schleppe ich mich mit letzter Kraft in die Zielgerade, den 23. Dezember. Eine Woche Urlaub. Zeit für die Kinder, Zeit zum Erholen. Zeit um zu merken, dass der Kopf schmerzt, die Hände taub werden und das Herz stolpert. Und dass man irgendwie verlernt hat, mit den Kindern zu spielen. Wann war denn in den letzten Wochen und Monaten schon mal mehr als ein paar Minuten Zeit zum Spielen? Immer saß der nächste Termin oder die anstehende Deadline zur Abgabe des Pressetextes im Nacken. Wenn es der Anlass erlaubte, nahm ich die Kinder mit zu den Terminen. „Süß“ fanden die anderen das. Normal fand ich das. Und traurig finde ich das im Nachhinein.

    Die Woche fernab von PC und Kalender schafft erstaunliches. Ich fühle mich gut, der Kopf ist wieder frei. Ich bin bereit für das neue Jahr. Weihnachten ist vorbei, das Jahr wird ruhig anlaufen.

    Tut es nicht. Neujahrsempfänge, Jahresauftaktveranstaltungen, nachgeholte Weihnachtsfeiern. „Januar ist der neue Dezember“, sagt eine Kollegin. Recht hat sie. Erneut renne ich im Hamsterrad, plane zig Termine und arbeite bis zum Umfallen. Ich fühle mich wie im Dezember, erschöpft und unfähig wieder zu Kräften zu kommen. Dabei ist der Weihnachtsurlaub erst drei Wochen her.

    Als ich gerade wieder mit dem digitalen Terminkalender und meinem Mann zusammensitze, um Termine und Kinderbetreuung für die kommende Woche zu planen, ist es soweit. Ich starre auf meinen Kalender und realisiere: Das pack ich nicht. Ich bin unfähig, auch nur einen einzigen Termin mehr wahrzunehmen. Regelrechte Panik steigt in mir auf, mir kommen die Tränen. Wie soll ich das schaffen?

    Mein Mann versteht nicht, was gerade mit mir passiert. Ich arbeite doch nur Teilzeit. Analytisch, wie er ist, holt er Zettel und Stift und zeichnet Säulen. Wie viele Stunden arbeite ich für welchen Kunden? Wie viele Stunden kommen im Schnitt für die freie Pressearbeit dazu? Langsam versteht er. Für mich verschlimmert das die Situation nur noch. Mein Dilemma ist nun visualisiert, dadurch scheint es mir noch realer und aussichtsloser.

    Bei aller Loyalität meinen Kunden gegenüber muss ich die Reißleine ziehen. Am nächsten Tag sitze ich bei meinem Arzt und erkläre ihm grob die Lage. Ich brauche eine Woche zum Luft holen und Kräfte sammeln, sage ich. Er sagt, er kann mit Medikamenten unterstützen, eine Woche wird nicht reichen. Die Lösung müsse ich selbst finden. Abwegen, wie es weitergehen soll. Die Kinder und das eigene Leben dabei im Blick haben. Weitermachen wie bisher sei keine Option. Schlaganfall oder Depressionen wären die Konsequenz.

    Womit ich nicht gerechnet habe: Die Tabletten helfen mir wirklich. Sie hüllen mich ein. Sorgen dafür, dass ich Schlaf nachhole, den ich wochenlang vermisst habe ohne es zu merken. Sie schaffen es sogar, dass ich mich mühelos bei meinen Kunden „für einige Zeit“ krankmelde, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Tagelang verbringe ich auf der Couch. Kein Hobby, kein Buch und kein Fernsehprogramm können mich locken. Ich liege einfach nur da, denke nicht einmal nach.

    Wenn die Kinder im Bett sind, will mein Mann mit mir Gespräche führen, wie es nun weitergehen soll. Das überfordert mich. Ich will keine Entscheidung treffen, und wenn sie noch so deutlich auf der Hand liegt. Noch nicht.

    Dann tue ich es, als er auf Arbeit ist. Ich setze mich an meinen Computer. Allein das Aufrufen des Email-Programms führt zu erneutem Herzrasen und Schweißausbrüchen. Ich tippe eine E-Mail an die Redaktion, dass ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen kann. Was ich noch vor zwei Wochen niemals für möglich gehalten habe, löst eine Welle der Erleichterung bei mir aus. Wie der wortwörtliche Stein, der mir von Herzen fällt oder die Last, die von meinen Schultern genommen wird. Auf einem Schlag bin ich 15 Arbeitsstunden pro Woche leichter. Nie wieder nach Feierabend arbeiten. Endlich ein ganzes Wochenende am Stück genießen.

    Ich gehe zur Bibliothek, entleihe mir Ratgeber für ein achtsames Leben und schöpfe neue Schaffenskraft. Ich setzte die Tabletten ab und fühle mich sofort vitaler. Ich recherchier im Internet und beschäftige mich damit, mein Umfeld zu gestalten. Ich bin entschlossen, mein Leben wieder schön zu machen. Innen wie außen.
    Auch wenn es immer wieder kleine Dämpfer gibt, bin ich heute – nur fünf Monate nach meinem Zusammenbruch – froh, diese Entscheidung getroffen zu haben. Mein Herzstolpern erinnert mich mahnend, vor jedem neuen Auftrag gründlich abzuwägen. Es gibt Situationen, die mich auch heute noch überfordern und ich überlege aktuell eine Kur zu beantragen um meinen Fortschritt weiter zu festigen. Es schwingt irgendwo in mir die leise Angst mit, dass es mich noch einmal so kalt erwischen könnte. Doch das Wichtigste habe ich – zumindest für den Moment – erreicht: ich habe mein Leben wieder. Ich genieße Abende, die ich ganz nach meinen Vorstellungen gestalten kann und Nachmittage, die ich zusammen mit den Kindern verbringe. Ich habe nicht mehr das Gefühl, ihnen in jeder Minute, die ich mit ihnen verbringe, etwas Besonderes bieten zu müssen. Es ist wieder normal geworden, dass Mama da ist. Wir haben unseren Alltag wieder. Und ich weiß ihn mehr denn je zu schätzen.

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