Die Rückfallquote bei Burnout ist hoch. Wenn ich von der Richtigkeit der Zahlen ausgehe, liegen diese zwischen 50-70 Prozent. Statistisch gesehen ist somit die Gefahr groß, dass jemand, der bereits einen Burnout hatte, erneut in einen Burnout fällt. Ich sehe und erlebe das tatsächlich ähnlich.

Ich selbst hatte zwar nach meinem Burnout keinen „klassischen Rückfall“ mehr (in Sinne von wochenlang krankheitsbedingter Arbeitsausfall), allerdings kommen viele meiner Klienten zu mir, nachdem sie bereits mehrere Burnout-Rückfälle, mehrere Therapien sowie mehrere Klinikaufenthalte hinter sich haben.

Warum die Rückfallquote bei Burnout so hoch ist

In meiner Wahrnehmung ist die Rückfallquote bei einem Burnout so hoch, weil die betroffenen Menschen nicht wirklich wissen (im Sinne von erfahren haben), wie sie in ihrem Burnout gelandet sind. Sobald ich meine Klienten in einem Gespräch frage, ob sie wissen, was der Burnout mit ihnen selbst zu tun hat, kommen meist sachliche Erklärungen wie „Mir ging es um Anerkennung in der Arbeit … ich wollte Dinge gut und richtig machen … Leistung erbringen … ich wollte nicht versagen und keine Fehler machen … ich habe nie NEIN gesagt … ich habe mich ständig um die anderen gekümmert“ und so weiter und so fort.

Mir kommen diese Aussagen häufig sehr einstudiert und intellektualisiert vor. Ein bisschen so, als hätten sie einen Fragebogen ausgefüllt, der ihnen folgendes Ergebnis ausspuckt:

  • Du bist ein Perfektionist
  • Du bist ein Leistungstyp
  • Du bist ein Helfer
  • Du bist ein Problemlöser
  • Du bist ein Mensch mit einem hohen Anspruch an dich selbst

Kennst du diese Kategorisierungen? Vielleicht hast du bereits selbst solch eine Aussage über dich getroffen?

Es stimmt zwar, die oben genannten Persönlichkeitstypen haben eine Burnout-Tendenz. Und nun? Was machst du nun mit diesem Wissen? Wiederkauen und anderen erzählen, dass du ein Perfektionist bist? Daran selbst glauben? Was bringt dir das? Was bringt es dir zu wissen, dass du anderen (zuviel) hilfst, ein erfolgreicher Macher bist oder (für andere) Probleme löst? Hilft dir diese Erkenntnis, einen Burnout zu vermeiden? Ich bezweifle das. Aufgrund einer Kategorisierung wirst du jetzt nicht weniger perfektionistisch, weniger (dienst)leistungs-  und problemlösungsorientiert sein.

Für mich kann diese bloße Feststellung zu keiner echten Veränderung bzw. Ressourcenstärkung führen. Deshalb stehe ich persönlich Diagnosen sowie Persönlichkeitsmodellen, wenn es um das Thema Burnout geht, auch kritisch gegenüber. Für mich tragen die Zuordnungen und Kategorisierungen häufig nur zu zwei Dingen bei: Zur eigenen rationalen Identifikation und / oder zur Stigmatisierung.

Es mag zwar auf den ersten Blick hilfreich sein, wenn ein Mensch mit Burnout sich mit der Diagnose identifiziert und innerhalb des sozialen Umfeld argumentiert „ich kann das jetzt nicht machen, ich habe einen Burnout“. Das mag kurzfristig für ein Sich-Abgrenzen sorgen. Doch wer ständig seine Diagnosen „vorschiebt“, um nicht in die Selbstverantwortung zu gehen, der trennt sich in meinem Verständnis noch mehr von sich selbst – und läuft somit wieder Gefahr, in einen Burnout zu geraten.

In meiner Wahrnehmung braucht es ein echtes Annehmen und Akzeptieren des eigenen Burnouts sowie die Erkenntnis, dass der Burnout irgendetwas mit mir selbst zu tun hat. Ein Burnout hat niemals nur etwas mit den äußeren Umständen zu tun!

Vermeide einen Rückfall, indem du dich selbst erfährst

Du magst vielleicht rational verstanden haben, warum du einen Burnout gehabt hast, doch wenn du wirklich einen Rückfall vermeiden möchtest, bleibt die Frage nicht aus, wie du dich selbst erschöpft hast. Das erfordert die Bereitschaft, ehrlich mit dir zu sein, bei dir selbst hinzugucken und in die Selbstverantwortung zu gehen.

Denn ich mag dir wirklich sagen: Du erschöpfst dich selbst.

Wenn dir das selbst nicht bewusst ist, wirst du weiterhin „Erschöpfungs-Schleifen“ ziehen und dich permanent fragen, was denn jetzt schon wieder los ist. Denn schließlich hast du ja eine Therapie (oder vielleicht auch mehrere) hinter dir und müsstest es ja jetzt besser wissen.

Die Frage ist nur: Hast du dir in der Therapie das WARUM oder das WIE angeschaut? Ging es in den Sitzungen um die Frage „WARUM hattest du einen Burnout?“ oder „WIE hast du dich selbst in den Burnout gebracht?“. Das sind zwei völlig unterschiedliche Ansätze.

Frage nach dem WIE und nicht nach dem WARUM

Insofern möchte ich dich einladen, dir selbst immer wieder die Frage zu stellen:

„Wie habe ich mich selbst in den Burnout gebracht?“

Mit welchen Verhaltensweisen, mit welchen Gedanken und Glaubenssätzen, mit welchen Werten, mit welchen Gefühlen, mit welchen Körperempfindungen und Körperreaktionen … Hast du bereits erfahren, wie die Dinge miteinander in Wechselwirkungen stehen?

Wenn du einen Rückfall vermeiden möchtest und Burnoutprophylaxe betreiben möchtest, brauchst du eine Antwort darauf. Und damit meine ich keine rationale Antwort, sondern eine tatsächlich erlebe Gefühls- und Körpererfahrung.

Anschließend kannst du in die Ressourcenstärkung gehen. Das ist dann deine ganz eigene Burnoutprävention, die ab diesen Punkt äußerst nachhaltig ist. Und ich nehme an, da soll es für dich hingehen, richtig?

Wenn du darin von mir begleitet werden möchtest, nimm gerne Kontakt zu mir auf.

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