Du möchtest dich endlich mal abgrenzen – ohne dabei ein schlechtes Gefühl zu haben? Endlich mal NEIN sagen? Endlich mal zu diesem NEIN stehen und dich dabei auch noch gut fühlen? Ach, das wäre doch etwas …

Hier findest du 5 Tipps, wie du lernst, dich abzugrenzen und NEIN zu sagen. 5 Tipps, wie du auf dich achten und Selbstfürsorge betreiben kannst.

Ich nehme an, dass du Folgendes ganz gut kennst:

  • Du hilfst gerne anderen Menschen und bist total gerne für sie da?
  • Du hast Freude daran, wenn es anderen Menschen gut geht und du dazu etwas beitragen konntest?
  • Du hast Schwierigkeiten damit, NEIN zu sagen und kannst anderen Menschen nur schlecht etwas ausschlagen?
  • Du möchtest anderen Menschen nicht vor den Kopf stoßen, sie nicht verletzten oder unhöflich sein?
  • Du fühlst du dich ständig verpflichtet, etwas für andere Menschen zu tun?

Ertappst du dich dabei, dass du häufig Dinge machst, zu denen du eigentlich gar keine große Lust hast und sie nur aus einem Pflichtgefühl heraus machst? Befindest du dich dabei in einem Dilemma, da du nicht weißt, wie du aus der Zusage bzw. Verantwortung wieder herauskommst, ohne dich dabei schlecht und schuldig zu fühlen? Denn schließlich hast du ja dein Wort gegeben, wolltest dem anderen einen Gefallen tun oder hast Menschen in dein Leben geholt und hast JA gesagt – auch wenn es nicht ganz aufrichtig war? Haben andere Menschen und deren Bedürfnisse Vorrang? Nimmst du Rücksicht auf sie? Möchtest du andere Menschen nicht verletzen?

Gut. Dann mache dir das jetzt bewusst. Mache dir bewusst, dass du dich tatsächlich so verhältst. Mache dir bewusst, dass du etwas machst, was dir selbst nicht wirklich gut tut. Du entscheidest dich dafür, Dinge zu tun, die dir nicht wirklich gut tun. Es ist wichtig, dass du das jetzt für dich erkennst und zu dir nimmst.

Erkenne deine Grenze

Ich habe mich früher selbst permanent erschöpft, denn ich war total „dienstleistungsbesessen“. Vielleicht hast du schon etwas über mich gelesen: Die anderen Menschen gingen damals bei mir komplett vor, ich habe mich ständig in die zweite Reihe gestellt und mich selbst und meine Bedürfnisse nicht gehört geschweige denn nicht für wichtig genommen. Ich wollte es für andere gut machen, richtig machen, bin ständig über meine eigene Grenze gegangen – und habe mich letztendlich selbst dabei verloren.

Ich brauchte meinen Burnout, um aufzuwachen.

Und du? Was ist mit dir? Wie weit bist du schon über deine Grenze gegangen?

Ich erinnere mich noch sehr gut an dem Moment, an dem ich begriff, dass ich in eine totale Schieflage geraten war und dass ich von nun an Grenzen setzen werde. Das war gleich in den ersten Tagen in der Klinik, in dem ich mein damaliges Umfeld darüber informierte, dass ich zusammengebrochen bin und mich nun stationär in einer Klinik befinde. Ich rief also die mir damals am nächsten stehenden Personen an. Schließlich sollten sie sich ja keine Gedanken und Sorgen machen, wenn sie erst mal nichts mehr von mir hörten. Ich informierte sie also brav (aus meinem Muster heraus).

Solange, bis eine der Personen mich am Telefon fragte, was ich denn dort genau in der Klinik mache. Ich schilderte artig den Tagesablauf und erzählte unter anderem, dass ich gerade in der Ergotherapie einen Korb flechte. Daraufhin meinte die Person: „Ah, dann kannst du mir ja einen Korb flechten.“ Ich war von der Aussage so perplex, dass ich erst einmal stockte und schließlich antwortete: „Nein, das werde ich nicht machen, deshalb bin ich nämlich hier.“

Schweigen am anderen Ende. Ich hatte NEIN gesagt. Und das sehr deutlich.

Ich konnte dieses NEIN allerdings auch nur so eindeutig formulieren, da ich beim Korbflechten ein wirkliches Aha-Erlebnis hatte: Ich konnte mich selbst und meine Gedanken beobachten und hatte von dem Moment verstanden, warum ich in der Klinik war und worum es nun für mich ging: Um Abgrenzung, Grenzen setzen. Die Entscheidung hatte ich in jenem Moment getroffen.

Du möchtest dich auch abgrenzen? Hier finden du die 5 wichtigsten Tipps:

1.) Lass dir Zeit

Bevor du in Zukunft vorschnell handelst und etwas zusagst oder du mit Menschen Kontakt hast, zu denen du in Wahrheit gar keinen Kontakt haben möchtest, halte inne und lass dir mit deiner Entscheidung Zeit. Du musst nicht sofort entscheiden. Du kannst dir damit Zeit lassen. Zudem achte einmal darauf, wer dich da eigentlich so unter Druck setzt und antreibt. Sind es die anderen oder bist du es nicht selbst? Setzt du dich nicht letztendlich selbst mit der Entscheidung unter Druck? Sage dir: „Ich muss mich nicht sofort entscheiden. Ich nehme mir die Zeit, die ich brauche“.

2.) Sei ehrlich zu dir selbst (und den anderen)

Frage dich, was DU möchtest. Es macht keinen Sinn, Bedürfnisse von anderen zu erfüllen, wenn es nicht deine eigenen sind. Damit verlierst du dich nur und brennst aus. Was möchtest du? Was tut dir gut? Es ist wirklich wichtig, dass du ehrlich zu dir selbst und anderen bist. Es ist wichtig, dass du deinen Bedürfnissen nachkommst. Schau hin, was deine Bedürfnisse sind und was du aus Herzen (nicht aus einem Pflichtgefühl bzw. Kopf heraus) machen möchtest. Folge deinen Impulsen, deinem Herzen, nicht deinem Pflichtgefühl.

3.) Sage NEIN

Sage NEIN, wenn du lediglich aus einem Pflichtgefühl bzw. alten Muster heraus handeln würdest. Spüre, dass deine Hilfe unaufrichtig und nicht wirklich echt wäre bzw. dass du ein ganz anderes Bedürfnis hast. Ein klares NEIN bzw. ein „Nein, das möchte ich (jetzt) nicht machen“ oder ein „Nein, ich möchte (gerade) keinen Kontakt zu dir“ reicht dabei völlig aus. Du musst dich weder erklären noch rechtfertigen. Je klarer dein NEIN ist, desto deutlicher kommt es beim Gegenüber an. Mit dem NEIN setzt du deine Grenze und bekommst dabei ein ganz klares (Persönlichkeits-)Profil. Das hilft nicht nur dir selbst, zu erfahren, wer du wirklich bist, sondern hilft auch anderen Menschen, dich zu erkennen. Denn wenn du eine Grenze setzt und diese klar benennst, wirst du für dein Gegenüber greifbar. Du bekommst eine Form, ein klares Profil, mit dem ich mich persönlich gerne verbinden möchte. Oder hast du gerne Kontakt zu Menschen, die keine klare Grenze (kein Profil) haben, unklar sind, schwammig, ständig hin- und herwanken und du nicht weißt, woran du bist? Eben! Mach dir bitte bewusst: Abgrenzung ist absolut positiv. Für dich und für die anderen. Denn an der Grenze findet wahrer Kontakt statt.

4.) Handle eindeutig

Bleibe bei deinem klaren NEIN und handle danach. Denn wenn du jetzt in deine sabotierenden Glaubenssätze verfälltst wie „das kann ich doch nicht machen“, „jetzt mag mich bestimmt keiner mehr“, „ich bin total egoistisch“, „ich verletze damit die anderen, das darf ich nicht“ etc. und dein Handeln danach ausrichtest, wird deine Kommunikation und deine Verhalten sehr ambivalent, was wiederum für alle Beteiligten sehr irritierend und unangenehm ist. Vor allem für dich selbst! Denn du verlierst dein Profil, deine Klarheit und holst dir möglicherweise wieder Dinge in dein Leben rein, die DU nicht möchtest. Insofern: Bleibe klar und handle danach.

5.) Spüre nach

Spüre nach, wie es sich für dich anfühlt, wenn du dich letztendlich abgegrenzt hast. Wenn du NEIN gesagt hast bzw. ausgesprochen hast, was DU möchtest. Spüre nach, wie es sich für dich anfühlt, wenn du dir mit deiner Entscheidung Zeit gelassen hast, wenn du ehrlich zu dir selbst und anderen warst. Wenn du deinem Bedürfnis nachgekommen bist, ein NEIN formuliert hast ohne dies zu rechtfertigen. Wenn du ganz klar und eindeutig gehandelt hast, sich dein ganz eigenes Profil geformt hast – ohne, dass du in dein altes Muster gekippt bist. Wie fühlt sich das für dich an? Hey, das bist du! Spüre dich. Spüre deine Größe. Spüre deine Form.

Es mag sein, dass sich dies nach den ersten Malen noch etwas komisch und fremd für dich anfühlt. Vielleicht taucht noch einmal ein Glaubenssatz wie „darf ich das wirklich?“ auf. Nimm das wahr und sage dir: „Ja, ich darf das wirklich“. Und spüre nach, wie sich dieser Satz für dich anfühlt. „Ja, ich darf das wirklich“.

Wie dein soziales Umfeld auf dein NEIN reagieren wird

Wenn du die 5 Tipps zum Grenzen setzen befolgst und in Zukunft deinen inneren Bedürfnissen nachgehst, kann es sein, dass dein bisheriges soziales Umfeld auf zwei unterschiedliche Art und Weisen darauf reagiert:

  • Mit Gegenwind
  • Mit Freude und Zuspruch

Mach dir bitte eins bewusst: Sobald du dich und dein Verhalten veränderst, ändert sich auch etwas in deinem System, in dem du lebst. Jede Veränderung bringt automatisch etwas Neues bzw. etwas Unbekanntes mit sich, was nicht von allen Menschen, die in dem System leben, willkommen geheißen wird. Daher kann es sein, dass du mit folgendem Widerstand bzw. Bemerkungen rechnen musst:

  • Du bist in letzter Zeit so komisch geworden
  • So kenne ich dich ja gar nicht
  • Ich dachte, wir sind Freunde
  • Das hätte ich von dir nicht erwartet
  • Du bist ja krank.
  • Du schlägst einen falschen Weg ein.

Wenn du diese oder ähnliche Sätze zu hören bekommst, mach dir immer wieder bewusst, warum du ein NEIN setzt und was DEIN Bedürfnis ist. Warum es für dich so wichtig ist, dass du jetzt mal deinen Weg gehst. Wenn du die Kraft dahinter nicht spürst und stattdessen Schuldgefühle oder Selbstzweifel bekommst, hole dir Unterstützung bzw. eine kompetente Begleitung, die dich in deinem Abgrenzungs-Prozess unterstützt. Denn wenn in deiner Kindheit deine Grenzen massiv überschritten wurden, kann es als Erwachsener sehr schwer sein, den inneren Druck der Glaubenssätze („ich darf nicht NEIN sagen“) und den möglichen äußeren Widerständen und Aussagen standzuhalten.

Dein abgegrenztes und neues ICH

Ich wünsche dir auf alle Fälle, dass du Menschen um dich herum hast, die dein „neues Ich“ herzlich willkommen heißen und dich in deinem Gedeihen – deinem Wachstumsprozess – liebevoll unterstützen.

Sei bitte gewiss: Je mehr du zu dir selbst stehst und deiner innerer Stimme vertraust, je mehr du deinen wahren Bedürfnissen folgst, je klarer du kommunizierst und handelst, je mehr „Profil“ du hast, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du in Zukunft auf Menschen triffst, die so ähnlich ticken wie du und die dich in deinem wahren Sein wahrnehmen und dich herzlich darin unterstützen. Lass dich von ihnen finden.

Wenn es da für dich hingehen soll und du Unterstützung von mir benötigst, dann melde dich gerne. Ich weiß, was Grenzüberschreitung und Grenzen setzen heißt, denn ich habe das selbst am eigenen Leibe erlebt und habe in den letzten Jahren zahlreiche Menschen durch diesen Prozess begleitet.

Nimm jetzt Kontakt zu mir auf, wenn du an Abgrenzung sowie Selbstfürsorge interessiert bist.

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Hier findest du meine Kontaktdaten. Nimm gerne Kontakt zu mir auf, wenn du von mir begleitet werden möchtest. Teile mir deine Anfragen, Ideen sowie Kooperationsmöglichkeiten mit.

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2 Kommentare

  1. Jana
    23. Mai 2018

    Ein wunderbarer Artikel, Wibke!
    Ich fühle mich ertappt und gestärkt zugleich 🙂
    Liebe Grüße, Jana

    Reply
    • Wibke Regenberg
      23. Mai 2018

      Das freut mich, liebe Jana. Danke dir, dass du geschrieben hast 🙂

      Reply

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